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Besondere Baumschutzmittel sollen vor Biberbissen schützen

Erst ausgerottet, dann wieder angesiedelt und seitdem zu einem echten Problem geworden: der Biber. Das Tier hat es nicht leicht mit den Menschen, sie aber auch nicht mit ihm. Dass er Bäume umlegt und die Felder bei der Nahrungssuche nicht verschont, liegt in seiner Natur. So breit wie ein Daumen sind die Zähne, mit denen er die stattlichsten Bäume zernagt. Zusammen mit seiner Familie und seinen Nachkommen legt Meister Bockelt auch jene rund um den Weiher im Neuburger Stadtteil Joshofen flach.

Das macht dem örtlichen Angelverein große Sorgen. "Wir wollen nicht, dass hier in diesem schönen Auwald alles verbuscht", erklärt dessen Vorsitzender Tommy Reil. Und so macht er sich zusammen mit ein paar Helfern nahezu alljährlich auf die Socken, um zu retten, was zu retten ist. "Nein, wir wollen den Biber nicht ausrotten, aber ein vernünftiges Nebeneinander wäre schon wünschenswert", meint der Chef des Angelvereins.

Seit Jahren schon hat sich der fleißige Nager am Joshofener See bestens eingerichtet. So an die 15 Biber tummeln sich derzeit rund um das Areal und das sei einfach zuviel, so Reil. Viele Bäume hat der Angelverein in der Vergangenheit schon durch sogenannte "Drahthosen" geschützt. Am vergangenen Samstag ging Tommy Reil zusammen mit seinen Vereinskollegen Mike Golling, Klaus Goga und Peter Marcinkowski einen ganz anderen Weg. Die Stämme von insgesamt 80 Bäumen wie Eschen, Eichen, Ulmen, Silberpappeln und Weiden strichen sie in einer mehrere Stunden währenden Aktion bis auf eine Höhe von etwa eineinhalb Metern mit einem speziellen Baumschutzmittel an, das nach der Austrocknung vom menschlichen Auge nicht mehr wahrgenommen werden kann.

Meister Bocklet wird sich davor hüten, hier zu nagen. Der in dem Mittel enthaltene Quarzsand würde seinen Zähnen nämlich gar nicht gut tun. Unterstützung hatten die fleißigen "Baumschützer" bereits im Vorfeld von Seminarförster und Stadtrat Alfred Hornung erhalten. Der Fachmann hatte nämlich zusammen mit Tommy Reil schon im vergangenen Jahr die schützenswerten Bäume markiert. Weil jedoch die behördlichen Mühlen bekanntlich langsam mahlen, konnte die längst überfällige, genehmigungspflichtige Aktion erst jetzt durchgeführt werden. Dennoch gelte der Stadt Neuburg ein besonderes Dankeschön wie auch dem Landkreis, der die Kosten für das nicht gerade billige Mittel übernahm.


 
Quelle: Neuburger Rundschau / Manfred Reichl


Veröffentlicht
10:26:54 19.04.2010
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