Aktuelles > Nachrichten > Eng an die Donau geschmiegt
05.05.2009 10:34:39 |
Ein Dorf, so ist wohl das gängige Klischee, hat einen Ortsmittelpunkt, einen Platz zwischen Kirche und Wirtshaus, vielleicht auch noch mit dem einen oder anderen Geschäft. So sollte es sein und meistens ist es ja auch so.
Es geht aber auch anders. Die einstige Gemeinde Joshofen, seit 1976 ein Teil der großen Kreisstadt Neuburg, hat kaum Infrastruktur. Das einstige Gasthaus hat seine Pforten längst geschlossen und Naturalien wie Brot, Fleisch, Wurst und anders gibt es nur in der Stadt. Dennoch leben die Menschen gerne in dem 360 Einwohner zählenden Stadtteil, der sich eng an die Donau schmiegt.
Es ist vor allem der Zusammenhalt, der die Leute beeindruckt und den verdanken sie in erster Linie dem recht vielfältigen und intakten Vereinsleben. So ist Joshofen auch kein Schlafdorf. Nein, da wären die Bürger auch beleidigt, wenn man so etwas behaupten würde. "Bei uns rührt sich immer etwas", so Alfons Borgsmüller, der als Ortssprecher fungiert. Mit dem örtlichen Schützenverein "Hubertus" erweisen sich die Bürger des nordöstlichsten Stadtteiles Neuburg als ein besonders zielsicheres Völkchen. Die Mitglieder des Angelvereins lieben die Beschaulichkeit am See ebenso wie die Badegäste und Erholungssuchenden. In den Sommermonaten herrscht dort ein reger Betrieb. Auswärtige Gruppen kommen auf Einladung des Kreisjugendrings als Betreiber des Geländes hierher und der Neuburger Ruderclub führt auf dem Gewässer alljährlich eine Regatta durch. Die örtliche Spielvereinigung, deren Fußballer mit jenen aus dem nahen Dorf Unterstall dem runden Leder nachjagen, beherbergt nicht weniger als 500 Mitglieder. Die Hälfte davon ist dem Nachwuchsbereich zuzuordnen. Der SpVgg gehören auch die Stockschützen, eine Showtanzformation sowie Nordic Walker, eine Tanz- und Theatergruppe sowie Freizeitradler an. Mit dem Sportheim, in dem auch die vorbeiradelnden Pedalritter und Wanderer gerne einkehren und, in dem auch die Schützen ihre Heimat haben, steht dem Stadtteil eine Kommunikationszentrale zur Verfügung.
Wer dazugehören möchte und beim Dorfklatsch auf dem neuesten Stand bleiben will, darf hier nicht fehlen. Für Geselligkeit und Freizeitbeschäftigung sorgen aber auch noch der Verein für Gartenbau und Landschaftspflege, die Jugendgruppe, der Soldaten- und Kameradenverein und nicht zuletzt die 115 Mitglieder der Feuerwehr und deren 48 Aktive.
Mit dem Bau eines neuen Heimes mit integriertem Jugendraum bewerkstelligen die Floriansjünger und die Jugendlichen des Stadtteiles momentan etwas ganz besonderes. 2600 ehrenamtliche Stunden haben sie schon geleistet. Nach der Fertigstellung werden es wohl an die 4000 sein, hat Ortssprecher Borgsmüller hochgerechnet.
Noch ist Joshofen nicht in den Sog der Baulandausweisung geraten. Schließlich soll der rein ländliche Charme erhalten bleiben. Dennoch wird jetzt im nordöstlichen Bereich ein Baugebiet vorangetrieben. "Wir können nicht zusehen, wie junge Familien abwandern, nur weil sie hier keine Möglichkeit zur Errichtung eines Eigenheimes sehen", so Borgsmüller.
Schließlich kommt dörfliche Überschaubarkeit auch Kindern zugute. Bewegung in der Natur, gemeinsame Schulwege mit Bus oder Rad fördern die Kontakte. Wahrzeichen von Joshofen ist die auf einer Anhöhe hoch über dem Dorf liegende katholische Heilig-Kreuz-Kirche. Deren Ursprünge gehen bis auf das Jahr 1365 zurück. Vier Feldkreuze und eine Mariengrotte sind weitere Zeugen tiefen Glaubens. Ganz in der Nähe der Kirche befindet sich die sogenannte Napoleonslinde. Von hier aus soll der französische Feldherr den Blick über das Donautal bis ins Donaumoos genossen haben. Gleich unterhalb der Kirche rollten früher die Ochsenfuhrwerke und Pferdegespanne vorbei Richtung Felder. Anfang der 50er Jahre gaben die ersten Traktoren eine neue Zeitrechnung vor. Jetzt lebt in Joshofen mit Fritz Fahrmeier noch ein Bauer von der Landwirtschaft. Nur ein paar betreiben ihren Betrieb im Nebenerwerb.
Quelle: Neuburger Rundschau / Manfred Reichl
Es geht aber auch anders. Die einstige Gemeinde Joshofen, seit 1976 ein Teil der großen Kreisstadt Neuburg, hat kaum Infrastruktur. Das einstige Gasthaus hat seine Pforten längst geschlossen und Naturalien wie Brot, Fleisch, Wurst und anders gibt es nur in der Stadt. Dennoch leben die Menschen gerne in dem 360 Einwohner zählenden Stadtteil, der sich eng an die Donau schmiegt.
Es ist vor allem der Zusammenhalt, der die Leute beeindruckt und den verdanken sie in erster Linie dem recht vielfältigen und intakten Vereinsleben. So ist Joshofen auch kein Schlafdorf. Nein, da wären die Bürger auch beleidigt, wenn man so etwas behaupten würde. "Bei uns rührt sich immer etwas", so Alfons Borgsmüller, der als Ortssprecher fungiert. Mit dem örtlichen Schützenverein "Hubertus" erweisen sich die Bürger des nordöstlichsten Stadtteiles Neuburg als ein besonders zielsicheres Völkchen. Die Mitglieder des Angelvereins lieben die Beschaulichkeit am See ebenso wie die Badegäste und Erholungssuchenden. In den Sommermonaten herrscht dort ein reger Betrieb. Auswärtige Gruppen kommen auf Einladung des Kreisjugendrings als Betreiber des Geländes hierher und der Neuburger Ruderclub führt auf dem Gewässer alljährlich eine Regatta durch. Die örtliche Spielvereinigung, deren Fußballer mit jenen aus dem nahen Dorf Unterstall dem runden Leder nachjagen, beherbergt nicht weniger als 500 Mitglieder. Die Hälfte davon ist dem Nachwuchsbereich zuzuordnen. Der SpVgg gehören auch die Stockschützen, eine Showtanzformation sowie Nordic Walker, eine Tanz- und Theatergruppe sowie Freizeitradler an. Mit dem Sportheim, in dem auch die vorbeiradelnden Pedalritter und Wanderer gerne einkehren und, in dem auch die Schützen ihre Heimat haben, steht dem Stadtteil eine Kommunikationszentrale zur Verfügung.
Wer dazugehören möchte und beim Dorfklatsch auf dem neuesten Stand bleiben will, darf hier nicht fehlen. Für Geselligkeit und Freizeitbeschäftigung sorgen aber auch noch der Verein für Gartenbau und Landschaftspflege, die Jugendgruppe, der Soldaten- und Kameradenverein und nicht zuletzt die 115 Mitglieder der Feuerwehr und deren 48 Aktive.
Mit dem Bau eines neuen Heimes mit integriertem Jugendraum bewerkstelligen die Floriansjünger und die Jugendlichen des Stadtteiles momentan etwas ganz besonderes. 2600 ehrenamtliche Stunden haben sie schon geleistet. Nach der Fertigstellung werden es wohl an die 4000 sein, hat Ortssprecher Borgsmüller hochgerechnet.
Noch ist Joshofen nicht in den Sog der Baulandausweisung geraten. Schließlich soll der rein ländliche Charme erhalten bleiben. Dennoch wird jetzt im nordöstlichen Bereich ein Baugebiet vorangetrieben. "Wir können nicht zusehen, wie junge Familien abwandern, nur weil sie hier keine Möglichkeit zur Errichtung eines Eigenheimes sehen", so Borgsmüller.
Schließlich kommt dörfliche Überschaubarkeit auch Kindern zugute. Bewegung in der Natur, gemeinsame Schulwege mit Bus oder Rad fördern die Kontakte. Wahrzeichen von Joshofen ist die auf einer Anhöhe hoch über dem Dorf liegende katholische Heilig-Kreuz-Kirche. Deren Ursprünge gehen bis auf das Jahr 1365 zurück. Vier Feldkreuze und eine Mariengrotte sind weitere Zeugen tiefen Glaubens. Ganz in der Nähe der Kirche befindet sich die sogenannte Napoleonslinde. Von hier aus soll der französische Feldherr den Blick über das Donautal bis ins Donaumoos genossen haben. Gleich unterhalb der Kirche rollten früher die Ochsenfuhrwerke und Pferdegespanne vorbei Richtung Felder. Anfang der 50er Jahre gaben die ersten Traktoren eine neue Zeitrechnung vor. Jetzt lebt in Joshofen mit Fritz Fahrmeier noch ein Bauer von der Landwirtschaft. Nur ein paar betreiben ihren Betrieb im Nebenerwerb.

Quelle: Neuburger Rundschau / Manfred Reichl