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Für Stromleitungen bekommt die Donau einen Tunnel

Joshofen soll die unsicheren Freileitungen endlich los werden

Die Donau wird untertunnelt. Düker nennt man das im Fachjargon. Die Firma, die die Neuburger Stadtwerke mit der Unterdükerung beauftragt hat, richtet im Gewerbegebiet Grünau gerade ihre Baustelle ein. Unter der Donau, acht Meter unter der Flusssohle, wird ein Schutzrohr verlegt, das später einmal drei Rohre enthalten wird: eines für Strom, eines für Wasser und eines für Telekommunikation.

Vor Jahren schon war das Projekt in die Ausbauvorhaben und den Wirtschaftsplan der Stadtwerke mit aufgenommen worden, wurde aber seither immer wieder zurückgestellt. Doch wird es endlich angepackt. Joshofen soll schon bald stromtechnisch nicht mehr von Freileitungen abhängig sein.

35 Holzmasten versorgen bisher den nördlichen Stadtteil. Doch die 3,2 Kilometer lange 20 kV-Freileitung sei nicht das Gelbe vom Ei, wie Jürgen Kolbinger, Bereichsleiter Stromnetze- und Anlagen bei den Stadtwerken, sagt: „Zum einen sind die vielen Masten sehr unterhaltsintensiv und sie werden mit der Zeit immer störungsanfälliger. Hauptproblem ist aber, dass im Falle eines durch Sturm oder Unwetter hervorgerufenen Mastbruches es zu einem Domino-Effekt kommen könnte, der für Joshofen einen längeren Stromausfall zur Folge hätte und nur mittels eines aufwendigen und teuren Notstrombetriebes vor Ort notdürftig überbrückt werden könnte.“

Mit dieser Baumaßnahme wird also nicht nur die Versorgungssicherheit von Joshofen verbessert, sondern es kann auch der enorme Zubau von Fotovoltaikanlagen besser bewältigt werden, wie Kolbinger sagt.

Dass außerdem noch Leerrohre für Wasser und Telekommunikation dazu gelegt werden, habe rein praktische Gründe. Momentan hat Joshofen für die Wasserversorgung einen Vertrag mit der Heimberggruppe. „Aber wenn wir jetzt schon Rohre verlegen, können wir auch gleich Vorkehrungen treffen, damit wir in einigen Jahren Joshofen über Neuburg versorgen können“, sagt Kolbinger. Ähnlich sei es mit der Telekommunikation. Hier wird zwar ein Teil für die interne Kommunikation der Stadtwerke genutzt, zusätzlich besteht aber die Möglichkeit ein weiteres kleines Produktrohr für einen fremden Nutzer einzuziehen. Kolbinger denkt dabei an einen Lichtwellenleiter für eine schnellere und datenintensivere Internetverbindung.

Um die Leitungen unter der Donau hindurchzuführen, ist einiges an technischem Aufwand nötig. In einem speziellen Verfahren wird durch eine sogenannte Spülbohrung der Tunnel gebohrt. „Der Bohrkopf wird von außen gesteuert“, erklärt Kolbinger. Begehung sei keine nötig, weil die auf der Donau auch nur schwer möglich wäre. 450 Meter lang ist der Kanal von der Nördlichen Grünauer Straße bis zur Donaustraße am nördlichen Flussufer. Geologische Gutachten haben die Bodenbeschaffenheiten unter der Donau unter die Lupe genommen, so dass es während der Bohrung keine bösen Überraschungen geben sollte. Wenn die Witterung mitspielt, soll die 640.000 Euro teure Maßnahme Ende Januar fertig sein.

Düker für Joshofen
Einen Durchmesser von 450 Millimeter hat das Schutzrohr, das in den kommenden Wochen acht Meter unter der Donau hindurchgeschoben werden soll. Es wird Rohre für Strom, Wasser und Telekommunikation für den Ortsteil Joshofen enthalten. (Foto: Stadtwerke)


Quelle: Neuburger Rundschau / Gloria Brems


Veröffentlicht
08:23:00 29.11.2011
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