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Schwarze Schlange unter der Donau

Nach monatelangen Vorarbeiten war der gestrige Mittwoch der Stichtag: Um zehn Uhr vormittags zog der mächtige Bohrkopf die 46 Zentimeter Durchmesser umfassende Leitung in die Einschuböffnung. Das Riesenrohr bewegte sich mit Hilfe von Baggern weg von der Straße Richtung Untergrund. Von Nord nach Süd schob sich der Düker, gezogen vom Bohrgestänge am südlichen Donauufer an der Grünauer Straße. Ein ganzer Tag war für das Manöver angesetzt, am späten Abend sollte das Ziel erreicht sein.

„Der Flussuntergrund ist kein Problem“, sagt Wild-Kapo Günter Heinrich, nur die tausendjährigen Eichen im Boden des Uferbereichs erschwerten das Vorwärtskommen. Im nachgiebigen, gummiartigen Holz fraß sich der Bohrkopf mehrmals fest. Werkreferent Fritz Goschenhofer, Jürgen Kolbinger und Heinz Ebert von den Stadtwerken verfolgten gestern die entscheidende Aktion vor Ort. Immerhin kostet der Düker den Stadtwerken rund 700 000 Euro. Die Versorgungsleitung verknüpft den kleinen Stadtteil Joshofen stärker mit der Kernstadt. Das schwarze Kunststoffrohr enthält eine Stromleitung, eine Trinkwasserleitung und ein Leerrohr für Fernmelde- und DSL-Verbindungen. Die Stromkabel bekommen eine neue Trafostation und verschwinden unter der Erde. „Blackouts“ sollen dann der Vergangenheit angehören.

Ein Abwasserdüker, der das Schmutzwasser zum Klärwerk transportiert, war bereits vor Jahren eingebracht worden. Künftig soll auch das Trinkwasser aus der Neuburger Versorgung eingespeist werden. Joshofen gibt dann seinen Status als Wassergast der Heimberggruppe auf.

Ein starker Bohrkopf hat dem Donaudüker den Weg bereitet.

Quelle: Donaukurier / Winfried Rein


Veröffentlicht
07:13:00 08.03.2012
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