Das ist einer für uns
Michael Sauer, der neue Seelsorger der Pfarreiengemeinschaft Bergheim, Unterstall und Joshofen, ist angekommen. Nicht nur äußerlich, sondern auch im Herzen seiner Pfarrmitglieder. Am vergangenen Sonntagabend wurde der 31 Jahre alte Nachfolger von Pfarrer Andreas Kiermaier in sein Amt installiert.Michael Sauer wohnt zwar schon seit etlichen Tagen im derzeit noch mit Renovierungsmaßnahmen belasteten Bergheimer Pfarrhof, er hat in dieser Zeit jedoch schon etliche seiner künftigen Schäflein kennengelernt. Seit dem vergangenen Sonntag weiß er auch, dass ihn die übrigen Gläubigen mit Sehnsucht erwartet hatten. Das Bild in der milden Abendsonne hätte gar nicht besser in die von den drei Pfarreien in die Wege geleitete Inszenierung passen können. Es war ein gelungener Empfang, der dem neuen Pfarrherrn für seine missionarische Tätigkeit Mut machen dürfte. Die Kleinen des Kindergartens St. Mauritius und deren Erzieherinnen standen mit Blumen in den Händen ebenso Spalier wie die Ministranten und die Fahnenabordnungen der Vereine aus den drei Ortschaften. Die Blaskapelle Bergheim spielte zünftig auf, und als Michael Sauer sich lächelnd den erwartungsvoll blickenden Gläubigen zuwandte, war das Eis endgültig gebrochen, die anfängliche Skepsis verflogen.
"Das ist einer für uns", meinte einer der Anwesenden mit dem Brustton der Überzeugung. Namens der Kirchenverwaltung begrüßte Kirchenpfleger Manfred Feigl den neuen Priester. Er sicherte ihm ebenso die volle Unterstützung des von ihm vertretenen Gremiums zu wie Bürgermeister Michael Hartmann im Auftrag der politischen Gemeinde. Damit sich Michael Sauer alsbald ohne Probleme zurechtfinde, überreichte ihm der Rathauschef die Gemeindechronik.
Ein Lächeln gewann Bürgermeister Hartmann dem neuen Seelsorger ab, als er diesem bekundete, dass er durch die Übernahme der Pfarrei Joshofen eigentlich auch Stadtpfarrer sei. In Vertretung des Pfarrgemeinderates wünschte Elisabeth Bauer dem Pfarrherrn für die täglich anfallenden Arbeiten und Pflichten den notwendigen Einblick zum Verständnis, den Durchblick um Entscheidungen zu treffen und den Weitblick, um die Dinge zu lenken und zu leiten. Von ausschlaggebender Bedeutung sei eine kooperative und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen und Institutionen. Sie wünschte dem Priester, dass dessen "neue Heimat Bergheim" im wahrsten Sinne des Wortes seiner Bedeutung gerecht werde. Nach dem gemeinsamen Kirchzug und der Übergabe der Schlüssel für die Pfarrkirche sowie der Verlesung des bischöflichen Ernennungsdekretes vor dem Altar der Pfarrkirche gab Dekan Paul Schmidt seinem Amtsbruder Gottes Segen bei der Verkündigung der frohen Botschaft, der Feier der Eucharistie und allen sonstigen geistlichen Tätigkeiten mit auf den Weg. Auch wünschte er eine gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden. Die Kirchenbesucher bat er, das Wort ihres Pfarrers zu hören und zu befolgen.
Zeugen der "Amtshandlung" waren im dicht gefüllten Gotteshaus insgesamt sieben geistliche Mitbrüder Sauers, unter ihnen auch der Eichstätter Domkapitular Leodegar Karg. Er wünsche sich ein gutes Miteinander, bekannte Sauer am Ende des vom Kirchenchor Unterstall und Organist Martin Lödl umrahmten Gottesdienstes. "Pack mer's an. Die Freude am Herrn ist unsere Stärke". Nach dem Gottesdienst fand im Gemeindezentrum ein Stehempfang ohne offizielle Reden statt. Das persönlich Gespräch hatte dabei absoluten Vorrang.

| Veröffentlicht 19:06:00 06.09.2010 |
