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Seelsorger und Persönlichkeiten aus Joshofen

Seelsorger

1907 - 1938: Pfarrer Konrad Böhringer
1938 - 1946: Pfarrprovisor Alfons Girbinger
1946 - 1954: Pfarrprovisor Josef Rettinger
1954 - 1969: Pfarrer Raphael Trost
     (Pfarrer in Bergheim, Mitbetreuung von Joshofen)
1969 - 1978: Pfarrer Josef Sießegger
1978 - 1983: Pfarrer August Christ
     (Pfarrer in Bergheim bis 1993, Mitbetreuung von Joshofen)
1983 - 2001: Prälat Michael Seitz
     (ab 1989 offizielle Seelsorger Pfarrer Christ bzw Kiermaier)
2001 - 2010: Pfarrer Andreas Kiermaier
     (seit 1993 Pfarrer in Bergheim, Mitbetreuung von Joshofen)
seit 2010: Pfarrer Michael Sauer
     (Pfarrer in Bergheim, Mitbetreuung von Joshofen)
 

Kirchenpfleger

1946 - 1970: Georg Jester sen.
1971 - 1976: Josef Lunzner
1976 - 2007: Georg Jester jun.
2007 - 2012: Stephan Heckl
2012 - 2018: Gerti Lödl
 

Pfarrgemeinderatsvorsitzende

19?? - 1978: Michael Margraf
1978 - 1990: Guido Weidner
1990 - 1994: Margit Guppenberger
1994 - 2010: Albertine Lödl
2010 - 2017: Joachim Weidner
seit 2017: Kerstin Staats
 

Mesner

1945 - 1952: Michael Margraf
1952 - 1954: Josef Forster
1954 - 1957: Anton Lautner
seit 1957: Familie Konrad Bayerle und Fahrmeier
 

Pfarrer Kaspar Sterr

geboren am 2. Januar 1744 in Neuburg
gestorben am 23. Februar 1814 in Joshofen

Kaspar Sterr absolvierte in Neuburg und Ingolstadt das Gymnasial- und Hochschulstudium. Sein Leben wollte er dem Orden verschreiben und wurde 1775 Jesuit in Ingolstadt. Am 25. September 1775 empfing er in Augsburg die Priesterweihe. Noch im gleichen Jahr erfolgte die Ordensauflösung. Sterr ließ sich nun als Weltpriester laiisieren.

In der Neuburger Studienanstalt fand er ein neues Zuhause. Von 1776 bis 1798 war er dort als Professor der „Schönen Wissenschaften", wie damals die Bezeichnung lautete. Jetzt vertauschte er seine Tätigkeit und übernahm im Alter von 54 Jahren die Pfarrei Joshofen. Die Heimatzeitung schilderte den Geistlichen als einen Mann, der um seine pfarrlichen Verrichtungen eifrig besorgt war.
Sterr begnügte sich nicht mit den kirchlichen Aufgaben, er setzte seine im Jahre 1788 begonnenen Wetterbeobachtungen und Aufzeichnungen bis zu seinem Lebensende fort.

Tafel zum Gedenken an Pfarrer Kaspar Sterr An der äußeren Wand der Pfarrkirche von Joshofen befindet sich eine Gedenkplatte. Darauf sind wichtige Daten des Pfarrers Sterr gemeißelt und festgehalten:
„Hier ruhen die irdischen Überreste des Hochwürdigen Hochwohlgeborenen Hochgelehrten Herrn Kaspar Sterr, Jesuit und Professor der Mathematik in Neuburg, dann 21 Jahre lang Pfarrer in Joshofen. Er war geboren den 2. Januar 1744 und verließ die sterbliche Hülle den 23. Februar 1814. Der Leib nur kehrt zur Erde, der Geist schwebt Himmel an. Daß er vollendet werde, auf seines Ringens Bahn".
 

Pfarrer Konrad Böhringer

geboren am 29. März 1873 in Unteraltenbernheim (Diözese Bamberg)
gestorben am 31. Dezember 1944 in Unterstall

Der Geistliche ist in Unteraltenbernheim geboren. Er schlug die Laufbahn eines Seelsorgers ein, und empfing am 20. März 1898 in Eichstätt die Priesterweihe. Jetzt begann für ihn ein Wanderleben. Am 8. April 1898 wurde er Kaplan in Monheim und 19. Juli 1899 von Wemding. Am 18. März 1901 wurde ihm die Kaplanstelle in Abenberg übertragen. Schließlich wurde er zum 28. April 1904 zum Pfarrer von Obererlbach ernannt. Am 17. Juni 1907 übernahm er die Pfarrei Joshofen und betreute diese bis Mitte 1938. Am 31. Dezember 1944 ist er im Alter von 71 Jahren gestorben und in Unterstall beerdigt.

Sein Leben fiel nicht gerade in eine angenehme Zeit. Er nahm seine Arbeit sehr ernst, scheute vom Unangenehmen nicht zurück und verstand es auch, den Menschen den Glauben näher zu bringen. So entschieden sich während seiner Amtszeit in den zwanziger Jahren sieben Frauen für den Ordensberuf. Ihm ist es aber auch zu verdanken, dass einige Geistliche hervorgegangen sind.

Böhringer war kein angenehmer Freund, wenn es im Dritten Reich um den Nationalsozialismus ging. Er hatte das Vorhaben der „Nazis" schnell durchschaut. Deshalb war er für dieses Regime ein rotes Tuch. Dies bekam der Geistliche auch zu spüren. So wurde er Ende Juni 1933 ohne jedes Urteil für eine Woche in Schutzhaft genommen.

Um nicht immer den Gegnern ausgesetzt zu sein, ließ er sich zum 1. August 1934 als Frühmessbenefiziat in das nahe gelegene Unterstall versetzen. Er betreute die Pfarrei Joshofen weiterhin als Praffprovisor bis Mitte 1938.
 

Abt Willibald Margraf, OSB

geboren am 23. August 1901 in Joshofen, getauft auf den Namen Georg
gestorben am 18. April 1979 im Kloster Mallersdorf

Abt Willibald MargrafMargraf besuchte von 1907 bis 1914 die Volksschule in Joshofen, von 1914 bis 1919 war er Schüler des Klosters Schweiklberg und von 1919 bis 1922 auf dem staatlichen humanistischen Gymnasium in Passau. 1922 begann er das Noviziat in Schweiklberg, am 10. Mai 1923 legte der Novize das erste Klostergelübde ab. 1923 besuchte er das Sommersemester der Philosophie in St. Ottilien, bis 1927 besuchte er die Passauer Philosophisch-Theologische Hochschule.

Am 13. Mai 1926 wurde er Profess für das Kloster, er änderte seinen Namen Georg in Willibald. Am 17. Juli 1927 erfolgte die Priesterweihe durch den Passauer Bischof Sigismund Felix Freiherr von Ow-Felldorf in Schweiklberg.
Ab 1927 bis Ostern 1933 war er Präfekt am Seminar von Schweiklberg. Danach wurde Pater Willibald zum Rektor berufen, aber die NSDAP entfernte ihn 1935 aus diesem Amt. Bis 1937 und damit bis zur Aufhebung des Seminars war er weiter Regens. Vom Mai 1937 bis Ostern 1940 wechselte er in das Studienheim Bergfried bei Passau als Superior, zugleich fungierte er noch als Cellerar des Heims, ab Juli 1940 wird er Subprior.

Am 28. März 1941 wurde Willibald zum dritten Abt von Schweikelberg gewählt, wenige Tage später erfolgte die Vertreibung der Mönche aus dem Kloster. Er wurde in Münsterschwarzach aufgenommen und dort am 27. April 1941 zum Abt geweiht. Das Kloster wurde ebenfalls aufgehoben, Abt Willibald ging zunächst nach München, dort vertrieb ihn im Juli 1944 eine Totalbombardierung. Bis Kriegsende verbrachte er nun in Eichstätt.

Im Mai 1945 kehrte Margraf zurück nach Schweiklberg. Im Frühjahr 1946 wurde das Gymnasium wieder eröffnet. Abt Willibald förderte den äußeren Ausbau von Schweiklberg.

Nach einem arbeitsreich Leben resignierte Vater Abt Willibald am 13. Februar 1967, die Altersbeschwerden machten sich merklich spürbar. Er ging ins Mutterhaus Mallersdorf und wirkte dort als Beichtvater der Schwestern. Am 21. April 1979 wurde Altabt Willibald in der Abteikirche Schweiklberg in der Gruft des Klosterfriedhofs beigesetzt.
 

Prälat Michael Seitz

geboren am 20. März 1918 in Joshofen
gestorben am 23. April 2002, beigesetzt in Joshofen

Michael Seitz besuchte die Volksschule in Joshofen und ging auf die ehemalige Neuburger Oberschule. Schließlich wechselte er zum Priesterseminar in Eichstätt. Das Studium musste er unterbrechen, da er zur Wehrmacht einberufen worden war. Sieben Monate Reichsarbeitsdienst und sechs Jahre Militärdienst musste er leisten. Nach Kriegsende setzte er das Studium fort und empfing am 15. August 1947 im Dom zu Eichstätt die Priesterweihe. Anschließend war die Heimatprimiz in Joshofen ein bedeutendes kirchliches Ereignis. Abt Willibald Margraf war der Festprediger.

Seitz war Kaplan in der Pfarrei St. Johannes in Neumarkt und St. Josef in Ingolstadt, ab 1953 Kurat in Stein bei Nürnberg, am 15. November 1956 wurde er als Militärseelsorger nach Fürstenfeldbruck berufen und zum Dekan und Prälat ernannt. Von 1964 bis 1981 war er als Wehrbereichsdekan VI ranghöchster Militärseelsorger in Bayern. Nach seiner Penionierung kehrte er wieder nach Joshofen Grab von Prälat Michael Seitz in Joshofenzurück und leistete dort seelsorgliche Arbeit. Von 1983 bis 1989 wirkte er nach seiner Pensionierung als Pfarradministrator von Joshofen und von 1984 bis 1989 zugleich als nebenamtlicher Landessekretär des Klerusverbandes. Er war bereits Monsignore als er 1976 zum päpstlichen Ehrenprälaten ernant wurde. Von der Bundesrepublik Deutschland wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und 1985 mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet.

1977 übernahm Seitz beim 100-jährigen Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr die Schirmherrschaft. Ihm ist es auch zu verdanken, dass am 2. August 1987 bei seinem 40-jährigen Priesterjubiläum eine neue Orgel ihre Stimme ertönen konnte. Zu seinem 75. Geburtstag 1993 stiftete er der Pfarrei die Michaelsglocke.
 

Pfarrer Eduard Speth

geboren am 24. November 1936 in Joshofen
gestorben am 21. Mai 2006 im Altenheim in Wülfrath bei Wuppertal

Eduard Speth wurde als siebtes Kind der Gastwirtsfamilie Michael Speth geboren. Mit zehn Jahren kam er nach Eichstätt ins humanistische Gymnasium, das er mit der Reifeprüfung 1956 absolvierte. Anschließend studierte er an der philosophisch-theologischen Hochschule in Eichstätt. Im 29. Juni 1962 empfing er im Dom zu Eichstätt die Priesterweihe. Es war dies innerhalb 35 Jahren die vierte Primiz. Die ganze Pfarrei freute sich darüber und das Dorf strahlte im Festkleid. Noch am gleichen Tag wurde der Primiziant von einem Autokorso an der Landkreisgrenze abgeholt, ab Ried kamen drei Reiter und drei Buben mit geschmückten Fahrrädern dazu. Am Ortseingang an der Marienkapelle wurde der Neupriester von den Dorfbewohnern und zahlreichen Ehrengästen empfangen.

Primiz Eduard Speth Am Sonntag 1. Juli 1962 feierte Speth die Heimatprimiz auf einem Altar, der auf dem Berg zwischen den hohen Linden errichtet war. Festprediger war wiederum ein gebürtiger Joshofner, der damalige Militärpfarrer Michael Seitz. Mehrere tausend Gläubige fanden sich zu dieser religiösen Feier ein.

Zunächst wurde der Neupriester auf dem Habsberg, dann in Haunstetten, Plöckendorf und Spalt zur Aushilfe eingesetzt. 1963 wurde er Kooperator in Aurach, 1965 führte ihn der Lebensweg nach Treuchtlingen und 1966 nach St. Pius in Ingolstadt. 1967 als nächste Station Kurat in Markt Berolzheim. Im September 1976 übernahm er die Pfarrei Zandt, 1980 kam die Pfarrei Dörndorf dazu. 1990 wechselte er in die Pfarrei Morsbach. Aus gesundheitlichen Gründen ging er 1991 in den Ruhestand ins Altersheim in Wülfrath bei Wuppertal. Dort starb er am 21. Mai 2006 und wurde hier auch zur letzten Ruhe gebettet.
 

Quellen

  • Franz Lunzner, Chronik Joshofen, 2007
  • mündliche Überlieferungen
  • Wikipedia-Artikel über Joshofen